Arabische Filmwoche 2009

Die nunmehr dritte Arabische Filmwoche, ein Projekt des Leipziger Vereins eurient, fand erstmals im Rahmen des deutschen Netzwerks der Anna-Lindh-Stiftung in fünf Städten statt: Leipzig, Bonn, Kiel, Weimar und München.

In Zusammenarbeit mit WomNet Bonn, dem Projektbüro „Radius of Art“ in der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, dem E-Werk Weimar und Inwent München zeigte die diesjährige Filmwoche acht Spielfilme aus dem arabisch-islamischen Raum. Ergänzt wurde das Programm durch acht ägyptische Kurzfilme, zusammengestellt von Ahmed Abdalla/ Goethe-Institut Alexandria/ Ägypten.

 

Kurzfilmprogramm alexandrinischer Filmemacher:

– The Radio; 22min; 2009
Die reale Story eines Autounfalls, erzählt mit experimentellen Audio- und visuellen Effekten.
Regie: Ahmed Khedr aka Ikon, geb. 1984

– The Good Boy; 7 min; 2009
Die minimale Repräsentation des Schicksals anhand der Geschichte von Amr, dem Guten Jungen.
Regie: Ahmed Ghoniemy, geb. 1986

– Call of Madness; 14 min ; 2007
nach einer Geschichte von Nagib Machfus
Regie: Mostafa Youssef, geb. 1983

– The Awaited; 13 min; 2008
Manchmal bringen Jungen kein Glück.
Regie: Mohamed Mamdouh, geb. 1981

– On Monday; 8 min; 2004      
Ein Ehepaar schaffen es einen Moment des Friedens zu erlangen.
Regie: Tamer El-Said, geb. 1972

– The Elevator; 12 min ; 2004
Ein verschleiertes Mädchen steckt in einem Fahrstuhl fest. Ein Moment für Offenheit.
Regie: Hadeel Nazmy,  geb. 1977

– Gone and never come back; 12 min ; 2007
Wie kann ein Musiker in dem lautstarkem Kairo überleben? 
Regie: Khaled El Fares

– Clean Hands, Dirty Soap; 18 min; 2007
Regie: Karim Fanous

 

Spielfilmprogramm

Malh hadha al-bahr – Salt of this sea

Palästina 2008, 109 min, Regie: Annemarie Jacir, OmU

 

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Die in New York aufgewachsene Araberin Soraya reist nach Palästina. Entschlossen, sich im Land ihres Großvaters ein neues Leben aufzubauen, stößt sie aber auf unwillige Behörden, die ihr weder das eingefrorene Bankguthaben des Großvaters, noch einen palästinensischen Pass aushändigen wollen. Sorayas neuer Freund Emad aus Ramallah hat das umgekehrte Problem: er will nach Kanada auswandern, doch er bekommt kein Visum.
Gemeinsam nehmen sie ihr Glück in die Hand und setzen sich über die von Israel auferlegten Grenzen hinweg.
Ein munteres Roadmovie aus Palästina über Heimat und Freiheit.

Les Anges de Satan – Satans Engel

Marokko 2007, 84 min, Regie: Ahmed Boulane, OmeU

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Casablanca im Jahr 2003: Eine Gruppe junger Heavy-Metal-Musiker wird zu Haftstrafen verurteilt, weil sie die Fundamente des Islam erschüttert haben soll. Daraufhin bildet sich eine Bürgerbewegung, die sich für die Freilassung der 14 Musiker einsetzt.

Pierre Hecker moderiert die Veranstaltung und liefert Hintergrundwissen zu Heavy Metal im Mittleren Nahen Osten.
Pierre Hecker hat zur „Türkischen Heavy Metal-Szene im Kontext der Globalisierung“ an der UNI-Leipzig promoviert.

Captain Abu Raed

Jordanien 2007, 102 Minuten, Regie: Amin Matalqa, sync.

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Abu Raed ist bei den Nachbarskindern so etwas wie ein Held. Sie hängen ihm an den Lippen, wenn er ihnen Geschichten aus dem abenteuerlichen Leben als Pilot berichtet. Für die Kinder sind die Erzählstunden mit Abu Raed Flucht und Lichtblick in ihrem sonst eher trostlosen Leben. Doch die Wahrheit ist etwas anders: Abu Raed ist nämlich nur der Hausmeister auf dem Flughafen.
Doch was soll’s?

Al-Qulub al-Mukhtariqa – Burned Hearts

Marokko 2007, 84 min, Regie: Ahmed al-Maanouni, OmeU

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Der erfolgreiche Pariser Architekt Amin reist nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder in seine Heimat Marokko, um mit seiner traumatischen Jugend abzuschließen und seinen tyrannischen Onkel auf dem Sterbebett zu besuchen, der ihn einst in die Emigration trieb. Der Trip gerät zur Zeitreise, aber auch zum Wiedersehen mit alten Freunden und der faszinierenden orientalischen Stadt Fes.

Barakat

Algerien/Frankreich 2006, 95 min, Regie: Djamila Sahraoui, OmU

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In den neunziger Jahren herrscht in Algerien zwischen Armee und Islamisten Bürgerkrieg. Der Journalist und Ehemann der jungen Ärztin Amel wird von Islamisten verschleppt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Khadija, die dreißig Jahre zuvor im Widerstand gegen die Franzosen aktiv war, macht sich Amel auf die Suche nach ihm. Auf ihrer Reise begegnen sie einem alten Mann, der sie bis zum Ende begleitet.
Die Regisseurin Djamila Sahraoui zeichnet in ihrem Spielfilmdebüt Barakat! (Es reicht!) ein ruhiges und einfühlsames Zwei-Generationen-Porträt im postkolonialen Algerien.

Délice Paloma

Frankreich/Algerien 2007, 134 min, Regie: Nadir Moknèche, OmeU

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Madame Aldjeriya ist die »nationale Wohltäterin« Algiers: Sie hilft Leuten, die ihre Probleme auf konventionellem Weg nicht lösen können. Ehefrauen werden auf elegante Weise ihre ungeliebten Männer los, Geschäftsleute die Konkurrenz. Die Einnahmen aus diesem Geschäft sind bestimmt für ihren großen Traum: Den Kauf eines alten Heilbades auf dem Lande. Diesen stets vor Augen, heuert Aldjeriya für einen besonders schwierigen Fall die junge Paloma als Lockvogel an. Doch die Operation wächst ihr über den Kopf.
Ein farbenfroher Film über eine algerische Mafiakönigin.

Zu dieser Vorstellung war der Regisseur Nadir Moknèche in Leipzig wie München anwesend.

Viva L’Algerie / Viva Laldjerie

Algerien 2004, 113 min, Regie: Nadir Moknèche, OmeU

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Eine Frauen-WG in einem heruntergekommenen Hotel in Algier: Die 27 Jahre alte Goucem verdient ihr Geld in einem Fotoladen und hofft auf eine Hochzeit mit ihrem verheirateten Geliebten. Ihre Mutter Papicha, ein gealterter Kabarettstar, hängt zuhause oder in Bars herum und sehnt sich nach der »guten alten Zeit«. Goucems Freundin Fifi ist Prostituierte im Nebenzimmer. Doch der wachsende Einfluss des Islams im Land bringt die drei Frauen und ihren Lebensstil zunehmend in Gefahr.

Zu dieser Vorstellung war der Regisseur Nadir Moknèche in Leipzig wie München anwesend.

Imarat Yaaqubian – The Yacoubian Building

Ägypten 2006, 165 min, Regie und Drehbuch: Marwan Hamed, OmeU

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Kairo in den 90er Jahren: Perspektivlosigkeit, Korruption und aufkeimender Islamismus bestimmen das Leben der Einwohner. Im Yacoubian-Bau, einem Art Deco-Gebäude aus der Blütezeit Kairos, lebt eine bunte Mischung typischer Kairiner – in schicken Altbauwohnungen die Reichen, in Wellblechhütten auf dem Dach die Armen. Zu ihnen gehört die mittellose Bosseina, die allein ihre alte Mutter und ihre jüngeren Geschwister ernähren muss. Ihr Freund Taha, der Sohn des Hausmeisters, träumt von einem Studium an der Polizeiakademie, doch seine Herkunft steht ihm im Weg. Der gealterte adlige Frauenheld Zaki al-Dessouqi schwelgt in Erinnerungen an seine besten Zeiten in Paris, der frankophile homosexuelle Journalist Hatem Rashid führt ein gefährliches Doppelleben und der neureiche Geschäftsmann Hagg Azzam versucht mit allen Mitteln, in die Politik zu kommen.
Ein vielschichtiger Einblick in die moderne ägyptische Seele, basierend auf dem Weltbestseller von Alaa al-Aswani »Imarat Yaaqubian«.

 

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